Das derzeitige Regelwerk des Thüringer Schachbundes lässt es zu, dass einige wenige Schachfreunde mehr Spiele machen dürfen als wohl von der Thüringer Schachgemeinde gewollt ist. Die jetzige Fassung unseres Regelwerkes kann zu einer starken Wettbewerbsverzerrung in allen Thüringer Ligen führen. Aus diesem Grunde und auch weil ich hierzu schon viele gegensätzliche bzw. ähnliche Diskussionen mit anderen Schachfreunden hatte, habe ich mich entschieden, auf diesem Wege dies Problem hierzu einmal aktiv öffentlich zu machen.
Der ESK soll mir hierzu einmal als Beispiel dienen. Diese Mannschaft konnte leider in der Saison auf 2 Stammspieler in der 1. Mannschaft nicht zugreifen. Dafür kamen nun 2. Ersatzspieler zum Einsatz, welche eigentlich in der 2. Mannschaft eingesetzt werden sollten. Diese beiden Ersatzspieler hätten nun also aufgrund des Regelwerkes und der Ansetzungen (Spieltage 2.Bundesliga – Thüringer Ligen) in dieser Saison 3 Partien mehr spielen können, also insgesamt 12, statt eigentlich nur 9 Partien (als Stammspieler der I.). Bei einer Ausnutzung dieser Möglichkeit würde also die komplette Thüringenliga (ESK II) sowie auch die Bezirksliga (ESKIII) und auch die Kreisliga (ESK IV) stark beeinflusst werden. So wären die Mannschaften, die dann durch „Pech“ in der Auslosung gegen die Stammmannschaft der II, III und IV. Mannschaft spielen, stark benachteiligt und die Mannschaften die nicht gegen die Stammreservemannschaften antreten, stark bevorteilt, würde der ESK dies ausnutzen.
Die Frage ist also, soll das Regelwerk so bleiben (1) oder muss es geändert werden (2)? Ich bin klar für Nummer 1. Nummer 2 würde bedeuten, dass ehrenamtliche Schachfreunde, welche jetzt schon zu viel Arbeit mit wichtigen Themen bzgl. des Thüringer Schachs haben, viel Zeit investieren müssten um dies nur ansatzweise zu erfassen, und dann durch einige Gremien zu beschließen, und egal was dort beschlossen wird, wir nur wieder eine Fassung hätten, welche darauf wartet die nächsten Spezialfälle zu behandeln.
Also bleibt für mich nur Nummer 1. Alle Schachvereine bleiben bei der Grundregel – wir spielen Schach, weil wir daran Freunde haben. Alle Vereine, welche über der Thüringer Liga spielen, sollten als Vorbild vorangehen und solche Lücken nicht ausnutzen und die Diskussion wäre wohl für Schachfreunde der Kreisliga bis Thüringenliga gelöst.
Aufgefallen ist diese Lücke im Regelwerk auch in vielen abgelaufenen Saisons in der Oberliga, wo regelmäßig Stammspieler der I. Mannschaft, leider auch die ganze Saison über, ausgefallen sind und so Ersatzspieler auch mehr Spiele bekommen hatten als geplant.
Um es hier noch einmal deutlich klarzustellen, es geht mir nicht nur um den ESK – meine Beispielspielmannschaft, welche diese Umstände sicher nicht bedacht hat, mir geht es darum, hierüber einmal aktiv zu diskutieren und dann mit der Entscheidung weiter zu arbeiten.
Also noch einmal mein persönliches Statement, Vereine, welche über den Thüringer Klassen spielen sollten keine „Strohmänner“ aktiv einsetzen und als Vorbild für alle Schachfreunde vorangehen. Die jetzige Lösung führt zu einer extrem starken Wettbewerbsverzerrung.
Andreas Günther
Abteilungsleiter Vimaria Weimar
